Mag. Isabella Gaukler

Was ich von unseren „Pferde stärken“ Kindern gelernt habe: Gemeinschaft ist wichtig. Verbunden zu sein mit anderen Menschen, macht die schwere Zeit leichter und die guten Zeiten noch schöner.

Seit fast zehn Jahren arbeite ich mit Familien und Jugendlichen. Die Bandbreite der Themen ist hierbei groß und vielfältig. Meine Aufgabe als Psychologin besteht darin, Familien dabei zu unterstützen, Krisen zu überwinden, eine Gesprächsbasis herzustellen und ein gutes Miteinander entstehen zu lassen. Nicht immer ist die ganze Familie involviert. So berate ich oft auch nur Jugendliche bei Lernproblemen, Familienkrisen, belastenden Ereignissen oder Perspektivlosigkeit. Auch klinische Themen wie Depression, Burn-Out, Entwicklungsstörungen und Suchtmittelmissbrauch können Themen sein.

Ein Gebiet, das mir besonders am Herzen liegt, ist das Thema Schmerz. Da ich selbst mit einer Behinderung zur Welt gekommen bin, ist mir dieses Thema sozusagen auf den Leib geschnitten. Familien und Kinder, die mit chronischem Schmerz konfrontiert sind, haben zusätzliche Entwicklungsschritte zu gehen. Sei es die Auseinandersetzung mit mitleidigen Blicken, das Haushalten mit den eigenen Kräften, der Umgang mit Ängsten oder das Bewältigen des Alltags. Hierbei ist es vor allem wichtig, den eigenen Schmerz besser kennenzulernen, um zu verstehen, wie man besser damit umgehen kann.

  • Geboren am 24.05.81 in Feldkirch
  • Wohnhaft in Mäder
  • 2000: Abitur, Schule in Schloss Salem, Deutschland
  • 2000–2003: Lehre zur Kommunikationsdesignerin
  • 2003–2011: Studium der Psychologie, Universität Innsbruck, Diplomarbeit: wissenschaftliche Studie zum Thema „Emotionserkennung bei Kindern mit geistiger Behinderung“
  •  2003–2008: Gründung der „Nectar“ Bar in Feldkirch, Mitarbeit in den elterlichen Gastronomiebetrieben
  •  2008 bis heute: Aktuell angestellt als Psychologin im Verein für betreutes Wohnen, Liechtenstein
    2016-2017: Stellvertretende Leitung Jugendwohngruppe Vaduz,
    seit 2017: Bereichsleitung Jugendwohngruppe Vaduz
  • 2008–2012: Mitarbeit beim Kriseninterventionsteam Vorarlberg
  • 2012: Ausbildung zur Klinischen Psychologin und Gesundheitspsychologin, Schloss Hofen, eingetragen in Österreichischen für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie
  • 2013: Pferdegestützte Therapie und Coaching, IPTH Konstanz
  • 2014: Zertifizierung, Kompetenzorientierung in Stationären Settings (KOSS), Zürich
  • 2014: Geburt meiner Tochter Matilda
  • 2015-2016: Psychotherapeutisches Pröpadeutikum, Universität Innsbruck
  • 2015 Gründung der “Glüxschmiede”, www.glüxschmiede.at
  • 2015-2017: Traumapädagogik Fortbildung
  • seit 2016: Ausbildung zum Verhaltenstherapeut, Schloss Hofen
  • 2016-2018: Lehrbeauftrager des Landes Vorarlberg, Lehrgang für Sonderkindergartenpädagogik, Institut St. Josef, Feldkirch
  • 2017: Gründung Projekt „Pferde stärken“
  • seit 2018: in Ausbildung zum Heroes Journey Instruktor

 

Miss Beautiful Baden Württemberger, Alter bleibt ihr Geheimnis

Noch nicht ganz 15 war ich, als ich mich in dieses talentierte Springpferd verliebte. Das ist mittlerweile 22 Jahre her. Sie ist mein Lebensbegleiter. Immer noch sucht sie sich ihre Klienten aus, ist zart und weise im Umgang. Geritten wird sie seit Jahren nicht mehr. Missy ist unsere Lehrerin in Mitgefühl.

 

 

Picaro Baden Württemberger, 18 Jahre

Das Leitpferd unserer Herde. Klar, stark aber auch hilfsbereit. Er verschenkt nichts, aber ist bereit viel zu geben. Seine Mutter „Missy“ hat meine Liebe zu Pferden aufrecht erhalten, er hat den Grundstein für unsere heutige Arbeit gelegt. In den 18 Jahren mit ihm hat sich alles verändert, was ich über Pferde und Reiten zu wissen glaubte. Picaro setze ich nur bedingt in der Arbeit ein – er reagiert manchmal sehr schnell, sehr intensiv und wirkt dann plötzlich sehr einschüchternd. Dennoch wirkt seine Erscheinung auf Viele und bringt so manches Gespräch in Gang.

 

 

Henry Irisch Tinker, plus / minus 19 Jahre alt

Der Bär. Sein Alter müssen wir etwas schätzen, denn über sein Leben wissen wir nicht so viel. Henry war in seinem Leben wohl schon vieles – nun ist er der Kinderbär. Manchmal meint man fast, er lächelt wenn sein Kind seine Arme um seinen Hals legt. Wunderschön, herrlich weich und absolut gelassen. Stundenlang lässt er sich betüddeln – frisieren – polieren. Zuverlässig trägt er seine Schützlinge. Seine liebste Gangart ist Schritt. Darum trägt er den Spitznamen „Rakete“.
Henry gehört Wilfried und Jaqueline Mayer – danke, dass er ein „Pferde stärken“ Pferd sein kann.

 

 

Caruso Irisch Tinker, plus / minus 19 Jahre alt

Auch unser Caruso ist ein „Fundtier“, denn seine Besitzerin Bianca Krainz hat ihn ganz sicher nicht gesucht – aber gefunden. Sein Leben hatte auch einige Stationen, was davor war, wissen wir nicht. Sicher ist seine Zukunft bei uns. Trotz schwerem Körperbau bewegt Caruso sich gerne. Nervenstark und selbstbewusst tritt er auf. Stundenlanges Putzen ist nicht sein Fachgebiet – er ist lieber unterwegs. Dabei ist er munter im Trab und fleissig im Galopp.

 

 

Löwenherz Leander Shagya Araber Mix, 13 Jahre alt

Leander ist der erste Schimmel, der in unser Herz eingezogen ist. Seine Erstbesitzerin hat ihn uns vermittelt – seine Zweitbesitzer Familie hat ihn uns für „Pferde stärken“ überlassen. (Liebe Familie Gschwender, Danke für euer Vertrauen). Leander ist unser Lehrmeister in Feinheiten. Er reagiert sensibel, mag Angebote lieber als Ansagen. Mag Freiräume, ruhige Stimmen und fröhliches Lachen. Trotz seines Temperamentes ist er gelassen und nervenstark. Dennoch zeigt er etwas schneller, wenn etwas nicht gut ist und gibt so ein rasches Feedback. Er nimmt sich manches sehr zu Herzen und wird darum bisher nur vereinzelt in der Therapie genutzt.

 

 

Snoopy Shetty, 15 Jahre

Snoopy verlor seine Stallpartnerin und kam so kurzfristig zu uns in Stall. Er ist im Besitz von Eva Dünser aus Mäder. Snoopy ist der Clown, der Kinderstar. Es ist fast nicht möglich sich im Stall zu bewegen, ohne auf ihn zu treffen – und es ist praktisch nicht möglich aus dem Stall zu gehen, ohne über ihn zu lachen. Seine süsse, kleine Nase schiebt sich neugierig in jede Tasche und den restlichen Widerstand bricht er mit seinem blauen Auge. Weder Pferde noch Menschen kommen an ihm vorbei ohne bespasst zu werden. Ein guter Lachtrainer.

 

 

Mylo Irisch Tinker, 7 Jahre

My Lo(ve) – Mylo. Seinen Namen hat er sich verdient, weil er gegen jede Vernunft und auf Grund einer Herzensentscheidung von Irland nach Österreich reisen durfte.

Mylo wurde 2017 von der Irischen Rettungsstation „IHRP“ (Irisch Horse Rehoming Programm) vom Tod bewahrt. Im Frühjahr 2018 durfte er dann zu uns reisen.  Noch darf er ankommen, lernen und zeigen, was sein Fachgebiet werden wird. Bisher scheint er aber wie geboren für diesen Job. Er mag Menschen, Kinder und zeigt sich in allen Lebenslagen nervenstark und vertrauensselig. Wenn man bedenkt, dass er 2017 noch beim Schlachter stand , ist er schon ein kleiner Erfolg für sich.

 

 

Die kleine „Pferde stärken“ Herde lebt in Frastanz in einem Offenstall. Unser gemeinsamer Weg ist eine Reise – wir lernen immer wieder Neues und wachsen zusammen.